Animal-Welfare

Dr. Lisa Maria Glenk aus Wien in Österreich ist Wissenschaftlerin, Fachdozentin und Trainerin für Hundesicherheitstraining.

„Animal-Welfare  –  Voraussetzungen für den Einsatz entspannter Hunde in der Schule“

Feuchte Nasen und strahlende Kinderaugen: Gezielt eingesetzte Hunde in der Schule wirken als soziale Eisbrecher und fördern ein positives Klassenklima, indem sie freundlich interagieren und sich bereitwillig berühren lassen.

Die Absolvierung einer fachspezifischen Weiterbildung qualifiziert Personen mit entsprechenden Quellberufen zur eigenständigen Planung und Durchführung  von tiergestützten Interventionen in der Schule ist eine wichtige Voraussetzung.

Auch für die Ausbildung und Zertifizierung von Tieren gibt es spezielle Richtlinien. Diese umfassen mitunter, dass Tiere nach ihrem Temperament ausgewählt und speziell trainiert werden, sowie gesund und schmerzfrei sein müssen. Die Verantwortung für das Wohlbefinden aller Beteiligten liegt im Sinne der Professionalität und Qualitätssicherung aber einzig und allein beim Menschen (i.e. HundeführerIn, LehrerIn). Fachpersonen sollten nicht nur akute Stresssignale und Unwohlsein bei Kind und Tier zuverlässig erkennen, sondern auch subtile Zeichen der Überforderung sofort wahrnehmen und dementsprechend handeln.

Hunde verfügen wie Menschen über ein spezialisiertes System aus Botenstoffen, um den Körper in biologischer und psychologischer Balance zu halten. Dabei gilt es, auf innere und äußere Einflüsse reagieren zu können aber dabei ein konstantes inneres Milieu beizubehalten. Der Stressverarbeitung kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu.

An sich unterschiedliche Stressquellen (z.B. Lärm, Hitze/Kälte, Angst, Bewegungseinschränkung, soziale Konflikte) lösen eine Kaskade an ähnlich ablaufenden körperlichen Reaktionen aus, damit sich der Hund an die veränderten Bedingungen anpassen kann. Wie stark eine Stressreaktion ausfällt, ist dabei vom gesundheitlichen Zustand und der Vorerfahrung des betroffenen Tieres abhängig. Dies gilt auch für die Fähigkeit, sich wieder zu erholen und zu regenerieren.
Auf den Einsatz als Schulhund bezogen bedeutet dies, dem Hund in der Situation mit Kindern und Jugendlichen sowie in seiner Alltagsroutine nicht zu überfordern. Im Zusammenleben mit dem Menschen haben Hunde relativ wenig Kontrolle über Tagesabläufe und die Anforderungen, die an sie gestellt werden. Dabei ist dem Menschen oftmals gar nicht klar, welche Aktivitäten den eigenen Hund auf einen zu hohen Stresslevel befördern und welche Signale seiner Körpersprache darauf hindeuten. Nicht selten ist Stress (Mit-)Ursache für unerwünschtes Verhalten (e.g. Angst, Aggression).

Die bindungsorientierte Beziehung zum Hund basiert idealerweise auf Respekt für dessen Bedürfnisse und einem tiefgreifenden Verständnis der tierischen Körpersprache. Da die Toleranzgrenze und die Fähigkeit, Stress zu bewältigen sich von Hund zu Hund unterscheiden, ist es notwendig, die individuellen Besonderheiten des Vierbeiners gut zu kennen. Somit kann der Einsatz in der Schule hinsichtlich Dauer, Häufigkeit und Komplexität der Anforderungen bedürfnisorientiert an den Hund angepasst werden.

Der Vortrag bietet einen Überblick über Definitionen, Auslöser, Manifestation und Konsequenzen von Stress. Dessen Bedeutung für „Animal Welfare“ und den Einsatz von Hunden in Schulen sowie Anregungen für mehr Entspannung im (Schul-) Alltag werden diskutiert.

Hier ist die PPP Glenk zu finden.

 

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